Die Geschichte des "Hotels"
Der Nenzinger Himmel wurde zwar in Reiseberichten oft beschrieben und als eines der schönsten Täler Österreichs gelobt und auch der Name "Nenzinger Himmel" faszinierte viele Menschen, trotzdem besuchten relativ wenige Gäste das Tal. Gründe dafür waren der beschwerliche Zugang und die wenigen und sehr einfachen Unterkunftsmöglickeiten. Durch den Bau des Straußsteiges auf den Panüelerkopf im Jahre 1890, einem der ersten Klettersteige der Alpen überhaupt, wurde das Tal für Touristen noch interessanter.
Der eigentliche Anlass für den Bau des Alpengasthofes Gamperdona war aber das Ansuchen der Sektion Lindau des D. u. Ö.A.V. um Errichtung einer Alpenvereinshütte im Jahr 1898. In ihm wurden die Vorteile einer modernen Unterkunft und das daraus zu erwartende Geschäft gepriesen. Die Nenzinger Gemeindevertretung wies den Antrag ab, der Lindauer Alpenverein errichtete dann seine Hütte bekanntlich im Gauertal und die Nenzinger bauten das neue Gasthaus selber. Im Sommer 1900 wurde das sogenannte "Unterkuftshaus" mit 31 Betten eröffnet.
Zu Pfingsten 1925 brannte das Haus durch Funkenflug auf das Schindeldach ab. Seit dem Wiederaufbau 1927 fanden immer wieder kleinere Umbauten im "Hotel" statt. In den 101 Jahren seit Bestehen schlossen zahlreiche Pächter mit dem Besitzer, der Gemeinde Nenzing und später der Agrargemeinschaft Nenzing, Verträge ab, die z.B. beihnhalteten, dass dem Alppersonal Getränke nur mit Erlaubnis der Gemeinde ausgeschenkt werden durfte. Auch musste der Pächter für den Geistlichen, der an Sonn- und Feiertagen die Messe in der Kapelle St. Rochus, aufkommen. In den 30er Jahren stand es dem Pächter offen, auch im Winter offen zu halten.
Die Bevölkerung fand bald eine andere Bezeichnung für das Unterkunftshaus: Aufgrund der enormen Größe des Baues im Vergleich zu den kleinen Brochat- oder Junisäßhütten im Tal nannte man das Objekt ironischerweise "Hotel". Bis heute blieb es das größte Bauwerk im Nenzinger Himmel, und bis heute sagen die Nenzinger nur "Hotel" dazu.